A52 droht jetzt von Norden her

Die Autobahn A52 war bereits vor mehreren Jahrzehnten Thema in Essen, und vor allem im Essener Norden.
Seit dem die Nordstrecke (vom Autobahnkreuz Essen-Ost nach Essen-Nord (bis zur A42) geplant war gibt es heftige Diskussionen um dieses 6,8 km lange Teilstück.
Diese Planung hat seit der Grundidee mehrere Wandlungen erfahren. Hieß es zunächst, daß die Autobahn im bergmännischen Vortrieb (also als Tunnel) gebaut werden solle sind diese Überlegungen vom Tisch - finanziell nicht machbar.
Später versuchte man, durch Mauteinnahmen die Strecke zu finanzieren - vom Tisch, Akzeptanz nicht erzielbar.

Mittlerweile haben die Planungen aus Bottrop und Gladbeck die in Essen überholt: Es lagen von Januar bis Februar die Pläne für das Teilstück von Essen-Nord bis zur Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck offen. Und plötzlich wird klar, inwieweit der Essener Norden -vor allem Essen Karnap- von diesem Autobahnsegment betroffen ist.

Erstens: Der Druck, der zu einem Bau der Nordstrecke führen soll, wird zunehmen, wenn von Norden her die Autobahn von Gladbeck durchgestreckt wird. Denn wa nicht großartig breitgetreten wird ist, daß es sich bei dem "Gesamtkunstwerk A52" keineswegs um ein Instrument zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs handeln soll, sondern um eine neue Transitstrecke durch das Ruhrgebiet. Spätestens jetzt sollte man sich fragen: Wem nützt's? Dem Essener sicherlich nur wenig, auch wenn die Befürworter dies anders sehen mögen.
Sicherlich sind wir uns einig, dass es sich dabei nur um den Teil einer Salamitaktik handelt. Wenn das Bottroper Teilstück kommt, wächst auch die Gefahr, dass die Teilstücke in Gladbeck, durch Essen und im Essener Süden (A535) kommen.

 

 

Verlauf der A52 westlich von Karnap

Zweitens: Die geplante Auf-/Abfahrt Höhe Arenbergstraße.
Der Plan sieht vor, daß die Arenbergstrasse eine Zubringerstraße zur A52 sein wird. Bei einer generellen Zunahme der Verkehre kann man sich ausmalen, inwieweit die Arenbergstraße, aber auch die Karnaper Straße, die Boyer Str. und die Lohwiese als Zufahrt nach Gelsenkirchen hier ordentlich Verkehr abbekommen.

Notwendige Konsequenz: Einspruch einlegen. Sie können die hier online erledigen. Falls Sie nicht wissen wie Sie den Einspruch formulieren sollen sind unten Mustertexte verlinkt.

Wie stehen die Parteien dazu:
Daß die Bürgerliste den Bau der A52 in Gänze ablehnt dürfte bekannt sein - schließlich hat sie es sich auf dieFahnen geschrieben, für den Essener Norden zu sein - und dort die Lebens- und Wohnqualität zumindestens zu erhalten.

Die Grünen sind seit jeher degen den Ausbau, daran hat sich seit Jahren nichts geändert.
Die SPD betreibt einen Eiertanz der besonderen Art: Die A52 darf nach ihrer Ansich nur dann kommen, wenn vorwiegend Tunnellage geplant wird, und zum zweiten die Ausfahrt Lierfeldstraße wegfällt. Somit ein klares "Naja, wir wollen uns da nicht so richtig festlegen, weil wir mal dafür und mal dagegen gestimmt haben..."

Ziemlich klare Positionen kommen da von CDU und FDP: Wachstum, Fortschritt, Arbeitsplätze werden genauso angeführt wie Entlastung und Lösung von Verkehrsproblemen. Wobei das eine Argument dümmlicher ist als das andere...

Für die Bürgerliste steht fest:  

Die A52 sollte schnellstmöglich aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden.

Weiterführende Informationen zum A52-Projekt:

Essener Initiative gegen die A52
Online-Einspruch gegen das Teilstück Bottrop
Mustertexte zum Einspruch
BI Gladbeck
BI Bottrop
Presseartikel der WAZ (gerne auch die anschließende Diskussion verfolgen)
Umweltverträglichkeitsstudie