Wer wir sind...

Die Bürgerliste-Nord ist eine unabhängige, kommunalpolitische Wählervereinigung von Bürgern aus dem Essener Norden. Grundlage für ihre Geburt war ein Zusammenschluss aus Bürgerinitiativen des Essener Nordens, Initiativen die sich für die sozialen Rechte, für eine saubere Umwelt und für ein gemeinsames Leben mit unseren ausländischen Mitbürgern einsetzen. Seit der Gründung im Jahre 1993 tritt die Bürgerliste bei den Bezirksvertretungswahlen in den Essener Stadtbezirken V und VI an. Die Bürgerliste ist ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern des Essener Nordens, die nicht den Interessen der etablierten Parteien verpflichtet sind, sondern die über Mitarbeit in Bürgerinitiativen Erfahrungen mit der bürgerfeindlichen Politik in unserer Stadt gemacht haben.

Es war einmal...

Unsere Stadtteile im Essener Norden sind mehr als 100 Jahre alt. Bergwerke und die industrielle Entwicklung haben Menschen aus vielen Landesteilen und Gegenden aus ganz Europa gerufen. Für uns alle ist diese Region eine Heimat. Integration hat im Essener Norden bereits stattgefunden, lange bevor Wissenschaftlicher diesen Begriff "erfunden" haben. Heute befinden wir uns an einem Punkt der Entwicklung, wo alte industrielle Arbeitsplätze bei Kohle und Stahl mehr und mehr verloren gehen. Neue Arbeitsplätze, die zu unserer Region und zu den Menschen hier passen, kommen nicht in der notwendigen Anzahl hinzu. Aber nicht nur in diesem Punkt sind neue Wege erforderlich. Die Stadtteile des Essener Nordens brauchen einen neuen Glanz. Wir müssen unsere Stadtteile attraktiver machen, wir brauchen neue Qualitäten für Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit und Kultur. Dieser Umbruch, der ohne Zweifel stattfindet, ist eine große Herausforderung. Er erfordert neue Gedanken und Lösungen, Anstrengungen der öffentlichen Hand, der Arbeitsverwaltung und privater Initiativen. Dazu brauchen die Menschen im Essener Norden auch politische Vertreter, die schonungslos und offen für die Belange der BürgerInnen eintreten. Sie brauchen Vertreter, die gläserne Taschen haben, sich nur ihren Wählern verpflichtet fühlen und Politik hinter verschlossenen Türen grundsätzlich ablehnen. Doch heute ist die Bezirksvertretung kein Ort, in dem Bürgerinteressen vertreten werden. Die Großpartei SPD hat in überparteilicher Ubereinstimmung mit der CDU und unter Umgehung sämtlicher Bürgerinteressen wiederholt Entscheidungen getroffen, die nicht logisch erklärbar sind und deshalb den Anschein von Korruption und Klüngel erwecken. In der Bezirksvertretung kommen Bürger nicht zu Wort. In den Stadtbezirken V (Altenessen, Karnap, Vogelheim) und VI (Katernberg, Schnonnebeck, Stoppenberg) trat zur Kommunalwahl 1994 erstmals die Bürgerliste an. Sie setzte sich aus Mitgliedern von Bürgerinitiativen, wie "Rettet das Kuhlhoffbad", "Kein Giftmüllzentrum Bergfort", "Erhaltet die Frischluftschneise - kein Kraftwerk Heßler", "Dem Hass keine Chance - den sozialen Frieden erhalten" zusammen. Die meisten von ihnen waren parteipolitisch nicht gebunden. Unterstützt gibts dabei aktiv von Bündnis 9O/Die Grünen und der DKP, beide Parteien haben zu Gunsten der Bürgerliste Nord auf eine Eigenkandidatur verzichtet. Die Initiatoren haben in ihrer Tätigkeit in diesen Initiativen die Erfahrung gemacht, daß in den beiden Bezirksvertretungen CDU und SPD gleichermaßen sich nicht um die Belange der Bürger scheren, sondern eine Politik hinter verschlossenen Türen betreibt. Dieses sollte aufhören, die Bezirksvertretungen müssen zu einem Forum der Bürgerinteressen werden. Mit diesem Ziel trat nun die Bürgerliste "Dem Norden eine Zukunft!" an.

BL-Logo

Auf der Gründungsversammlung am Dienstag, dem 22. Februar 1994 in der Zeche Carl in Altenessen wurden seitens der Inititiatoren alle interessierten Bürger einladen, der (damals) neun Punkte umfassende Programmentwurf wurde vorgestellt. Kernpunkte dieses Entwurfes waren - und sind - u.a. Vorschläge zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, für eine saubere Umwelt und einen lebenswerten Stadtteil. Zu diesem Zeitpunkt mochte so mancher noch nicht daran glauben, was wenige Monate später Wirklichkeit werden sollte. Die Bürgerliste Nord zog am 16. Oktober 1994 mit stolzen 6,1 % (ihr höchstes Einzelergebnis lag gar bei 33 %) mit einem Mandat in die Bezirksvertretung V (Altenessen, Karnap, Vogelheim) ein; im Bezirk VI (Katern berg, Stoppenberg, Schonnebeck) erreichte sie immerhin runde 3 %. Unser Mitglied in der Bezirksvertretung V war Herbert Bußfeld.

Und heute...

Wenn wir heute Bilanz ziehen, kann sich diese sehen lassen. Wir zeigen, dass Politik auch anders aussehen kann. Nicht nur, dass wir zahlreiche Bürgeranliegen in die Bezirksvertretung eingebracht haben, wir führen vor allem unsere Diskussionen in der Offentlichkeit. Zu unseren Vorbereitungskreisen für die Sitzungen der Bezirksvertretung werden Bürgerinnen durch die örtliche Presse eingeladen, mit zu diskutieren und ihre Anliegen einzubringen. Die Bürgerliste ist -obwohl oft genug totgesagt oder totgeschwiegen- immer noch recht lebendig und sorgt sich weiter um die Belange des Essener Nordens. Sie lässt sich immer noch nicht vor irgendwelche Parteikarren spannen, sie lässt sich nicht auf faule Kompromisse ein, und sie läßt sich nichts vormachen. Sie hat Erfolge gehabt, und auch Niederlagen , aber sie geht ihren Weg weiter. Unser Ziel ist es, unsere Stadtteile neu zu gestalten.

  • Wir wollen ihnen ein neues Profil geben, aufbauend auf Werten, die bei den Menschen vorhanden sind.
  • Wir wollen eine neue Szene in unseren Stadtteilen, mit kleinen Geschäften, Kinos und gemütlichen Kneipen, mit Straßencafes, Treffpunkte für Jung und Alt.
  • Wir wollen neue Bildungsforen und Beschäftigungsinitiativen, vor allem für jugendliche Arbeitslose und für Frauen, die erziehungsbedingt aus dem Beruf ausgeschieden sind.
  • Wir wollen Arbeitsplätze - aber nicht um jeden Preis. Wir wehren uns gegen die Verschacherung des Essener Nordens an eine "Müllmafia", die hier auf Kosten unserer Gesundheit und unter dem Deckmäntelchen "Recycling" ihr Geschäft machen will.
  • Wir wollen die Umweltsünden der vergangenen Jahrzehnte offen legen, Maßnahmen fordern und unterstützen, die Belastungen aus Verkehr und Industrie deutlich zu senken.
  • Wir wollen das Wohnen im Essener Norden attraktiver und gefahrloser machen; Verkehr muss verbinden, nicht zerstören.
  • Wir wollen für unsere Kinder ein angemessenes Betreuungsangebot. Jedes Kind hat ein Recht auf einen Kindergartenplatz - auch im Essener Norden.
  • Wir wollen ein dezentrales, bezahlbares Freizeit-, Sport- und Kulturangebot für Jung und Alt.

Und natürlich suchen wir immer noch Mitglieder!!